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Vasalopett 2018

Geschrieben von Michael Kuisle am .

Vasalopett 2

Traditionell zum ersten März Wochenende fand zwischen den beiden schwedischen Orten Sälen und Mora das größte Langlaufrennen der Welt statt. Insgesamt standen wieder ca. 16000 Teilnehmer am Start, um die 90 km lange Strecke hinter sich zu bringen.
Zum achten Rennen der Visma Ski Classics Serie reisten wir bereits am Mittwoch von München über Oslo zum Startort nach Sälen. Bereits am nächsten Morgen zeigte das Thermometer in der Früh -32°C an. Nach zweiwöchiger Rennpause und einer kurzen Erkältung in der Vorwoche war ich wieder in guter körperlicher Verfassung.
Die Vortage des Rennens waren wie üblich durch viele Skitests und Besichtigung einzelner Streckenteile geprägt. Immerhin hängen gefühlte 50% des Ergebnisses vom Ski am Renntag ab. Der Rest von der Tagesform und vom Kopf.
Am Renntag selber erwartet uns stärkerer Schneefall als angenommen. Damit stand fest, dass längere Laufzeiten als in den letzten Jahren auf uns zu kamen. Pünktlich zum Startschuss um 8:00 Uhr ging es für alle Teilnehmer zeitgleich in Richtung Mora. Nach einer kurzen Geraden ging es auf der Traditionsstrecke direkt in den 2km langen Startanstieg. Dort kann man den Vasalauf zwar nicht gewinnen, aber durch einen Stockbruch oder einen schlechten Tag, wie ich im letzten Jahr hatte, das Rennen bereits verlieren. Dieses Jahr lief es besser an und so konnte ich auch durch einen guten Ski mit der Spitze über den Berg laufen und locker im Windschatten das erste Renndrittel mit den Ersten mitfahren. Durch anhaltende Schneefälle war das Rennen sehr taktisch geprägt, bis es zum ersten Ski Classics Zwischensprint kam und die Gruppe gesprengt wurde. Glücklicherweise war ich gut positioniert und konnte weiterhin bis etwa zur Hälfte des Rennens den Anschluss zur Spitzengruppe halten. Dort hatte ich leider mein erstes kleines Einbruch, musste die Ersten ziehen lassen und mich in der Verfolgergruppe einordnen.
Durch die wie gesagt äußeren Umstände mit anhaltendem Neuschnee und langsameren Spuren sollte meine Gesamtzeit deutlich über 4:30h betragen.
Als nach den im Kopf am meisten anstrengenden Kilometern -  60 bis 80 - die Kilometeranzeige nur noch einstellig war, fiel es mir auch wieder leichter einen Motivationsschub zu bekommen.
Leider wurde ich auf den letzten Kilometern dann noch von zwei großen Gruppen eingefangen, sodass mein eigentliches Ziel einer Top 100 Platzierung außer Reichweite geriet (dann weiß ich aber zumindest was ich nächsten Sommer zu tun hab). Schlussendlich stand dann der 131. Gesamtplatz zu Buche. Allerdings konnte ich als bester deutscher Starter die Ziellinien überqueren, was dann doch noch ein versöhnlicher Abschluss des Vasa´s war.
Alles in allem bin ich mit dem Rennen bis zu Kilometer 70 sehr zufrieden, dann musste ich noch einige Positionen einbüßen. Obwohl Langlauf ein Einzelsport ist, wäre es im Marathonbereich ohne einem guten Team nicht möglich in den Spitzengruppen mitzulaufen. Dies beginnt beim Testen der Ski und des Wachses, beim Verpflegen und Stockservice während des Rennes und den allgemeinen Sachen wie Materialtransport nach Skandinavien sowie diverser organisatorischer Dinge. Hiermit noch vielen Dank an alle, die vom Team Forever Nordic dabei waren.
Weiter geht’s in zwei Wochen beim nächsten Klassiker, dem Birkebeinerrennet im norwegischen Lillehammer.